Seine Kindheit

Sri Kaleshwar Anupati wurde am Dienstag, 8. Januar 1973, kurz vor Tagesanbruch in der Gemeinde Madhavaram im Bezirk Cuddapah im südindischen Staat Andhra Pradesh geboren. Sein Vater Subaraiyadu, ein angesehener Professor, und seine Mutter Subbamma, eine hingebungsvolle Hausfrau, zogen ihren Sohn, seinen älteren Bruder und seine drei Schwestern in der Tradition des Hinduismus auf. In nahezu jeder Hinsicht waren sie eine typisch indische Familie — außer ihrem Sohn Kaleshwar. Von Anfang an war dieser deutlich anders.

"Es war eine sehr heiße Zeit, Sommerzeit, Prüfungszeit in meinen Klassen. Ich war in der zehnten Klasse. In jedem Fach erreichte ich zweiundneunzig bis fünfundneunzig Prozent. In meiner Klasse war ich der beste Junge, der Klassenbeste. Ich lernte in einem alten Tempel, einem guten, ruhigen Ort, um mich auf meine Prüfungen vorzubereiten, auch wenn ich dafür zwei Kilometer mit dem Fahrrad aus dem Dorf zu den Tempelruinen fahren musste. Ich sagte meinem Professor: „Ich will keinen Abschluss. Sie können meinen Abschluss behalten. Ich brauche einen Abschluss bei Baba, nicht von diesem College oder diese Art von Ausbildung.“

Sri Kaleshwar

Sri Kaleshwar sprach während seiner ersten sieben Lebensjahre kein Wort und nahm oft nur einen einzigen Tropfen Wasser als tägliche Nahrung zu sich. Als er in späteren Jahren nach dem Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten gefragt wurde, sagte er einfach, er habe kosmische Energie aufgenommen. Wunder ereigneten sich schon früh in seiner Gegenwart: Einmal beobachtete sein Großvater, wie die Göttin Saraswati erschien und über Swami wachte, während er schlief; ein anderes Mal war es eine Königskobra, die ihren Mantel über Swami spreizte, um ihm Schatten zu spenden, während Swami im Hinterhof der Farm seines Großvaters schlief.

Sri Kaleshwar genoss die Zeit mit seinem Großvater sehr, der ein wohlhabender Landbesitzer, ein großartigen Heiler und Meisterfischer war. Manchmal gingen sie zusammen fischen und Sri Kaleshwar half dabei, die Netze einzuholen. Allerdings tat ihm der Fisch leid, und wann immer er konnte, warf er ihn zurück ins Wasser. Schon als Kind zeigte er ein außergewöhnliches Mitgefühl für alle Lebewesen.

Ihre Beziehung war etwas Besonderes, und jeden Tag massierte er seinem Großvater die Füße. Während dieser privaten Momente brachte ihm sein Großvater heimlich Mantras und Yantras (heilige Diagramme) bei. Kaleshwar zeichnete die Yantras auf kleine Kupferbleche und gab sie den kranken Kindern des Dorfes. Die Dorfkinder erlebten dessen heilende Wirkung.

Während sein frommer Großvater Sri Kaleshwars außergewöhnliche Bestimmung erkannte und die göttlichen Erscheinungen akzeptierte, die mehr und mehr Teil des Lebens seines Enkelsohnes wurden, waren Sri Kaleshwars Eltern sehr besorgt. Das Leben eines spirituellen Aspiranten voller Opfer und Entsagungen, weit entfernt von den eng geknüpften Banden des Familienlebens, war nicht das, was sich seine Eltern für ihn wünschten. Er sollte Arzt oder Anwalt werden, ein produktives und angesehenes Mitglied der Gemeinde, wie sein Vater. Als der Jugendliche zum jungen Teenager heranwuchs, zeigte er alle Anzeichen dafür, dass er die Träume seiner Eltern erfüllen würde: Er war hervorragend in der Schule, beliebt und sympathisch und zeigte keinerlei Interesse daran, Gott zu suchen. Das machte die Familie glücklich, und ihre Ängste schienen unbegründet. Doch dann erschien Shirdi Baba.

Image of Textbox with Image