Sadhana

In den folgenden zehn Jahren praktizierte Sri Kaleshwar unter Shirdi Sai Baba’s Anleitung intensive Sadhana (dt. spirituelle Praxis). Diese Übungen waren weder für seine eigene Erleuchtung noch zur Aneignung übernatürlicher Kräfte. Diese hatte er bereits in vergangenen Leben erreicht und sie wurden lediglich in ihm wiedererweckt. Stattdessen erforschte und testete er die spirituellen Formeln aus den alten Palmblattbüchern als die Praktiken, die der Welt gegeben wurden, um aus der Dunkelheit dieses gegenwärtigen Zeitalters, dem Kali Yuga, herauszukommen. 

Diese heiligen Formeln sind der direkteste Weg, um die höchste Wahrheit zu erkennen, Heilfähigkeiten zu erwecken und angewandt werden können, um der Menschheit in diesen schwierigen Zeiten zu helfen.

„Zu Beginn, als ich noch jung war und den Ashram gründete, saß ich in der Shiva-Höhle. Ich befand mich in einer Phase intensiver Sadhana-Übungen. Ich meditierte ständig, praktizierte meine Sadhana und trank nur Kokosnusswasser.“

Sri Kaleshwar

Er tat sein Bestes, um den Wünschen seiner Eltern nachzukommen, und setzte seine Schulausbildung fort, bis er schließlich an die Universität kam, wo er Chemie, Biologie und Botanik studierte. Shirdi Baba war jedoch eine revolutionäre Figur in Sri Kaleshwars Leben. Nachdem er ihn gesehen hatte, änderte sich Sri Kaleshwars persönlicher Lebensstil völlig. Seine spirituellen Bestrebungen hatten Vorrang vor allem anderen. Meistens widmete er sich seinen Übungen, anstatt zu lernen. Er besuchte selten Kurse, verbrachte die meiste Zeit in tiefer Meditation und diente den Bedürfnissen der Menschen, die immer mehr kamen, um ihre Probleme zu lösen, Heilungen anzubieten und Erleuchtung zu geben. Sein Ruf als Heiliger mit wundersamen Heilfähigkeiten verbreitete sich schnell unter den Dorfbewohnern, wodurch die Konzentration auf seine Studien immer schwieriger wurde. 

Eines Tages, als Sri Kaleshwar tief in Meditation versunken war, wurde sein Vater so wütend auf ihn, weil er nicht lernte, dass er in sein Schlafzimmer ging, um den Jungen zu schlagen. Als er die Tür öffnete, sah er einen riesigen Tiger dort stehen. Sri Kaleshwar hatte mit der Göttlichen Mutter in Form der Göttin Durga kommuniziert. Sein Vater wurde Zeuge dieses übernatürlichen Ereignisses und hatte das Glück, den Tiger der Göttin zu sehen. Für einen Vater und Hausherr, der einen geregelten, disziplinierten Haushalt führte, war dies jedoch zutiefst beunruhigend. Da er den Weg, den sein Sohn offenbar entschlossen war zu gehen, nicht akzeptieren wollte, warf er Sri Kaleshwar aus dem Haus der Familie, in der Hoffnung, dass er zur Vernunft kommen und zu einem normalen Leben zurückkehren würde. Für Sri Kaleshwar war dies jedoch ein göttliches Geschenk. Er war frei, seinem spirituellen Schicksal zu folgen.

Entschlossen reiste er durch Indien, lebte als Bettler, abhängig von Almosen. Er besuchte viele kraftvolle Heilige und Kraftplätze, mit denen er seine Erkenntnisse teilte und seine Forschungen fortsetze. Während dieser Zeit hatte er direkte Erfahrungen von seiner eigenen Göttlichen Natur und seiner zukünftigen spirituellen Mission. Schließlich führte seine Sadhana (dt. spirituelle Praxis) ihn in ein kleines Dorf in seinem Heimatstaat Andhra Pradesh, um sich dort niederzulassen - Penukonda. Hier begann er den Bau seines Ashrams. Er war zwanzig Jahre alt.

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